Brandschutz

BRANDSCHUTZ FÜR MENSCHEN MIT BEHINDERUNG

2012 BRANDSCHUTZ IN LEICHTER SPRACHE


Unsere Sicherheits- und Pandemiebeauftragte Frau Ursula Beyelschmidt besuchte im September 2012 gemeinsam mit vier BewohnerInnen der WMB gGmbH ein Brandschutzseminar in Mainz zum Thema: „Wo steht der Brandschutz für Menschen mit Behinderung“.

Trotz des frühen Starts waren unsere vier BewohnerInnen Monika und Andreas Amelung, Jörg Ehlers und Willi Fuchs gut gelaunt und freuten sich sehr auf die gemeinsame Tour nach Mainz, auch wenn wir alle nicht so genau wussten, was man sich unter dem Seminar vorzustellen hat. Der Vormittag war ausschließlich mit Vorträgen der unterschiedlichsten Art gefüllt. Hier war noch deutlich zu merken, dass die größte Schwierigkeit in der gemeinsamen Arbeit, die LEICHTE SPRACHE macht.

Dennoch war es jedem Teilnehmer möglich, sich zu Wort zu melden. Es wurden beispielhafte Brandschutzunterweisungen für Menschen mit geistiger Behinderung gezeigt und diskutiert. Schön war, dass nicht nur über, sondern mit den behinderten TeilnehmerInnen gesprochen wurde. Es waren auch viele Feuerwehrleute anwesend, für die es zum Teil die erste Begegnung dieser Art war. Der Nachmittag stand ganz im Zeichen praktischer Anwendungen. Man konnte alle möglichen Hilfsmittel ausprobieren: Rettungsleitern, Atemschutzhauben zur Evakuierung aus verrauchten Räumen, Evakuierungsstühle und Rettungsmatten, mit denen man Patienten mitsamt Bettmatratzen evakuieren kann sowie ein Rollstuhlparcour. Unsere Teilnehmer waren ganz begeistert und haben lebhaft mitgemacht, sowohl als Retter, als auch als Betroffene.

Wir konnten viele Anregungen mit nach Hause nehmen. Im Auto wurde auf dem Rückweg noch heftig diskutiert, wie wir das in der WMB gGmbH machen könnten. Der Wunsch nach Brandschutzunterweisungen in leichter Sprache und Evakuierungsübungen für die jeweiligen Wohnhäuser wurde von allen geäußert. Wir werden diese Anregung gerne aufnehmen und im Jahr 2013 das Thema noch einmal für alle aufgreifen, da in der diesjährigen Brandschutzübung für neue MitarbeiterInnen ebenfalls dieser Wunsch geäußert wurde. Das uns betreuende Brandschutzunternehmen wird uns gerne dabei unterstützen in Zusammenarbeit mit der jeweils örtlichen Feuerwehr.

Um das Thema Sicherheit abzurunden, werden wir darüber hinaus eine 1. Hilfe Ausbildung in leichter Sprache in Angriff nehmen. Da es für beide Themen noch keine ausgearbeiteten Vorgehensweisen gibt, werden wir uns langsam in Zusammenarbeit mit den BewohnerInnen und externen Übungsleitern daran
herantasten müssen.

2013 INKLUSION IN SACHEN BRANDSCHUTZ

Das was wir in 2012 geplant hatten, wurde im anschließenden Jahr umgesetzt. Die WMB gGmbH nimmt die Inklusion auch in Sachen Brandschutz ernst und hat das erste Seminar für unsere Bewohner erfolgreich durchgeführt. Insgesamt 12 TeilnehmerInnen aus AWG und BeWo hatten sich im Dammelsfurther Weg 55 versammelt und Herrn Knop von Brandschutz Siebel interessiert zugehört.

Der von anschaulichen Bildern begleitete Vortrag war weitestgehend in leichter Sprache. Trotz später Stunde und nach Feierabend waren alle mit „Feuer und Flamme“ dabei. Aufgelockert wurde das ganze durch praktisches Training mit einem Übungstelefon. Jeder der wollte konnte mal einen „echten“ Notruf absetzen und später noch eine „echte“ Notsituation durchspielen.

Mithilfe von Disconebel wurde eine Rauchentwicklung simuliert und in Kleingruppen wurden dann noch einmal der gelernte Notruf und ein gesitteter Abgang aus der Wohnung geübt.

Alle waren sich nach den eineinhalb Stunden einig: das war klasse, nächstes Mal wollen wir auch mal löschen.

Am 1. Oktober gab es einen Vortrag und praktische Übungen für die freiwillige Rösrather Feuerwehr. Herr Schmitz und Herr Reifferscheidt (Hausleiter aus den Wohnhäusern Hoffnungsthal und Pannhof) haben dort etwas über Behinderungen im Allgemeinen und geistige Behinderung im Besonderen gesprochen. Im Gepäck waren auch ein Rollstuhl und ein Evacchair (eine Lösung, gehbehinderte Menschen einfach und sicher eine Treppe hinunter in Sicherheit zu bringen).
So sollten beide Seiten voneinander lernen.

Am 08.10.2013 kam die Rösrather Feuerwehr in voller Ausrüstung in den Pannhof, um die Örtlichkeiten kennenzulernen und den Bewohnern den Schrecken von Feuerwehrleuten in voller Montur zu nehmen.

Anhand dieser ersten gemeinsamen Erfahrungen wollen wir Standards sowohl für die Übungen entwickeln, als auch für die anderen für unsere Wohnhäuser zuständigen Feuerwehren.

Das Projekt „Brandschutz für Menschen mit Behinderung“ wird von der WMB gGmbH weiter fortgeführt werden.