Informationen

RATGEBER

Informationen rund um einen Wohn-/Betreuungsplatz in der WMB gGmbH

 

VOR AUFNAHME EINES BEWOHNERS/EINER BEWOHNERIN

Bevor die Aufnahme erfolgen kann muss durch den gesetzlichen Betreuer/die Eltern die Kostenübernahme mit dem Landschaftsverband Rheinland geklärt werden. In der Regel übernimmt der Landschaftsverband Rheinland als überörtlicher Träger der Sozialhilfe die Kosten für die Heimunterbringung im Rahmen der Eingliederungshilfe, wenn der Hilfeempfänger selbst über kein bzw. ausreichend Einkommen verfügt. Hierfür müssen sobald eine Aufnahme ansteht bestimmte Unterlagen beim LVR eingereicht werden. Dazu gehören:

  • Antrag auf Sozialhilfe und Vermögensnachweise (muss vom gesetzlichen Betreuer gestellt werden)
  • Fachärztliche Stellungnahme (muss von Ihnen bei einem Facharzt, d.h. Neurologen oder Psychiater, oder einem Psychologen eingeholt werden), Vordrucke erhalten Sie bei uns
  • Individueller Hilfeplan und Metzlerbogen zur Feststellung des Hilfebedarfs (erarbeiten wir mit Ihnen gemeinsam)

TASCHENGELD UND ANDERE ZAHLUNGEN DES LANDSCHAFTSVERBANDES RHEINLAND

Bewohner/-innen in der Eingliederungshilfe erhalten jeden Monat ein Taschengeld, das sie für ihre persönlichen Bedürfnisse (Freizeitaktivitäten, Geschenke, Hobbys etc.) ausgeben können. Von diesem Geld sind jedoch auch z. B. die Zuzahlungen zu den Leistungen der Krankenversicherung sowie Gesundheitsleistungen zu bestreiten, die von der Krankenkasse nicht übernommen werden (z. B. für Brillen oder nicht verschreibungspflichtige Medikamente). Das Taschengeld beläuft sich auf derzeit 109,08 EUR und wird an jedem 15. Monatstag von der Geschäftsstelle auf das Konto des Bewohners/der Bewohnerin überweisen. Aus diesem Grund muss für jede/-n Bewohner/-in ein Konto eröffnet und uns die Bankverbindung bekannt gegeben werden.

Der so genannte Zusatzbarbetrag zum Taschengeld wird nur noch an die Bewohner/-innen gezahlt, wenn dieser Anspruch bereits zum 31.12.2004 bestand.

Darüber hinaus gewährt der LVR ein pauschaliertes Bekleidungsgeld zur Anschaffung von Kleidung in Höhe von derzeit 332,00 EUR im Jahr.
Diesen Zuschuss erhält der Bewohner/die Bewohnerin nach Abrechnung der Quittungen und Zahlungsbelege für die in dem laufenden Jahr angeschaffte Kleidung. Bitte sammeln Sie deshalb übers Jahr alle Quittungen zu Kleiderkäufen, die Sie dann im Wohnhaus für die Kleidergeldabrechnung einreichen können.

EINSATZ VON EINKOMMEN UND VERMÖGEN

Der Bewohner/die Bewohnerin hat grundsätzlich nur Anspruch auf Sozialhilfe, wenn er/sie die Leistungen nicht aus eigenen Mitteln finanzieren kann. Bewohner/-innen müssen deshalb Teile ihres Einkommens zur Finanzierung des Heimplatzes an den Sozialhilfeträger abgeben. Voll einzusetzen sind Erwerbsunfähigkeitsrenten und Leistungen der Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung. Nicht einzusetzen sind z. B. Grundrenten, die aufgrund eines Impfschadens gewährt werden sowie Schmerzensgeldzahlungen.
In Teilen einzusetzen ist das Arbeitsentgelt aus einer Beschäftigung in einer Werkstatt für behinderte Menschen. Von diesem Einkommen darf der Bewohner/die Bewohnerin das Arbeitsförderungsgeld in Höhe von 26,00 EUR sowie einen gesetzlich festgelegten Freibetrag für sich behalten. Der Freibetrag setzt sich zusammen aus einem Achtel des Eckregelsatzes und einem Teil des Werkstatteinkommens.

Auch Vermögen (Sparguthaben, Wertpapiere, Lebensversicherung etc.) muss zur Finanzierung des Heimplatzes eingesetzt werden. Bewohner/-innen dürfen lediglich bis zu 2.600,00 EUR für sich behalten (so genanntes geschütztes Vermögen). Übersteigt das Vermögen diese Grenze, ist es an den Sozialhilfeträger abzuführen.

UNTERHALTSHERANZIEHUNG DER ELTERN

Die Eltern volljähriger Bewohner/-innen müssen maximal 46 EUR im Monat für den Heimplatz bezahlen. Der Betrag setzt sich zusammen aus 20 EUR für den in der Einrichtung erbrachten Lebensunterhalt und 26 EUR für die im Wohnheim geleistete Eingliederungshilfe.

Ist der Bewohner/die Bewohnerin aufgrund eines sehr hohen Einkommens (z. B. aus Erwerbsunfähigkeitsrente) in der Lage, den Lebensunterhalt in der Einrichtung (liegt etwa bei 700 EUR) selbst zu finanzieren, müssen die Eltern für die Sozialhilfeleistung nicht aufkommen. Der Unterhaltsbeitrag verringert sich dann auf 26 EUR pro Monat.

Nicht zahlen müssen Eltern, die selbst Hilfe zum Lebensunterhalt beziehen oder diese Leistung im Falle der Zahlung der 46 EUR beziehen müssten.

ABWESENHEIT VOM WOHNHAUS

Bei vorübergehender Abwesenheit der Bewohnerin/des Bewohners gelten folgende Regelungen:

Laut Heimvertrag ist eine Abwesenheit vom Wohnhaus von insgesamt maximal 28 Tagen pro Jahr vorgesehen. Bitte beachten Sie dies bei Ihrer Urlaubsplanung. Von der WMB durchgeführte Ferienfreizeiten werden hierbei nicht auf die Abwesenheit angerechnet, da die die Betreuung während der Ferienmaßnahme weiterhin von der WMB übernommen wird.

Als zusammenhängende Abwesenheit gelten 3 volle Tage + 1 An- und Abreisetag, die dem LVR gemeldet werden müssen, da sich das Heimentgelt bei Abwesenheit von mehr als 4 Tagen um 25 % mindert.

Die üblichen Heimfahrtwochenenden (in der Regel Freitag abholen und Sonntag wieder bringen) gelten nicht als Abwesenheit, wenn sie 4 Tage nicht überschreiten.

LEISTUNGEN DER PFLEGEVERSICHERUNG

Wichtig! Spätestens bei Aufnahme eines Bewohners/einer Bewohnerin muss durch die Eltern bzw. gesetzlichen Betreuer bei der Krankenkasse ein Antrag auf Einstufung in der Pflegeversicherung gestellt werden. Nach der erfolgten Einstufung wird das Pflegegeld direkt von der Krankenkasse an den Landschaftsverband Rheinland abgeführt.

Wenn bereits Pflegeleistungen von der Kasse gezahlt werden, muss die neue Anschrift des Bewohners/der Bewohnerin bei der zuständigen Krankenkasse gemeldet werden, damit das Pflegegeld zukünftig an den LVR überwiesen wird.

Die Eltern haben, soweit ihre Kinder in der Pflegeversicherung eingestuft sind, Anspruch auf Erstattung von Pflegegeld für die Zeiten, in denen der Bewohner/die Bewohnerin zu Besuch bei den Eltern ist. Diesen Anspruch müssen Sie selbst bei der Krankenkasse geltend machen.

Neu ab Januar 2015: Leistungen der Pflegeversicherung – Änderungen durch das Erste Pflegestärkungsgesetz. Wichtige Informationen dazu finden Sie hier.

KINDERGELD

Eltern können auch für ein volljähriges behindertes Kind, das im Wohnheim lebt, Kindergeld erhalten. Ein entsprechender Antrag kann bei der Familienkasse des zuständigen Arbeitsamtes gestellt werden.
Voraussetzung für den Bezug des Kindergeldes ist, dass die Behinderung vor Vollendung des 27. Lebensjahrs eingetreten ist und das Kind außerstande ist, sich selbst zu unterhalten. Das Kindergeld darf in der Regel nicht vom Sozialhilfeträger für die Wohnheimkosten vereinnahmt werden. Nur wenn die Eltern gar keinen Kontakt mehr zu ihrem Kind haben oder ihnen keine Unterhaltsaufwendungen für das Kind entstehen, kann der LVR das Kindergeld für sich beanspruchen.

BEI RÜCKFRAGEN – KONTAKT ZUR WMB GGMBH

Suchen Sie einen Wohn- und Betreuungsplatz? Oder haben Sie Fragen? Dann melden Sie sich bei:

  • Ulrike Erfurt  (Assistenz pädagogische Leitung, Tel.: 02205 9220 23)